Sicherheit durch eine korrekte Ausschreibung

Ein Mann geht in ein Autohaus und sucht sich sein neues Fahrzeug aus. Sofort hat er alle technischen Details auf einem Datenblatt übersichtlich aufbereitet und auch den endgültigen Verkaufspreis. Sämtliche Details kann er sogar an einem Original ansehen, fühlen und testen.

Bei einem individuellen Bauprojekt ist es völlig anders. Meist ist es für den Laien unmöglich verschiedene Angebote zu vergleichen oder sogar zu bewerten. Selbst wenn man mit einem Plan unterschiedliche Angebote einholt, hat der Anbieter im Detail einen sehr großen Spielraum, der sich auf die Qualität und die Kosten auswirkt. Deshalb sollte der Weg erst über eine technisch einwandfreie Ausführungsplanung zur Ausschreibung führen. Was im öffentlichen Bereich durch das Bundesvergabegesetz geregelt wird, hat auch für den privaten Kunden ab einer gewissen Projektgröße Vorteile.

Die Ausschreibung ist vergleichbar mit einem Angebotstext, den ein Fachmann ausformuliert und zeitgleich möglichen Lieferanten vorlegt. Diese fügen ihren Preis ein und unterschreiben rechtsverbindlich. Das ist der einzige Weg, damit bei Individualprojekten vergleichbare Angebote am Tisch liegen. Doch wie wertet man diese? Rein nach dem Preis zu entscheiden ist zwar naheliegend und in der Praxis am Häufigsten. Alle anderen Faktoren nicht in die Entscheidung miteinzubeziehen, mag aber sehr riskant sein. Vor allem wenn der Abstand zwischen dem Bestbieter zum Rest sehr hoch ist, dann ist besondere Vorsicht geboten. Eine korrekte und detaillierte Ausschreibung kostet zwar Geld, sorgt aber sowohl beim Bauherrn als auch beim Lieferanten für Klarheit, Sicherheit und fördert einen guten Projektverlauf. Und unterm Strich hat man nicht nur die Nerven geschont, sondern auch eine Kostenexplosion verhindert. Mit einer optimalen Ausschreibung läuft nichts aus dem Ruder.