Innenarchitektur - Form follows Euro

Der US-amerikanische Architekt Luis Sullivan schuf den Ausdruck: „Form follows function.“ 

Die Funktion ist demnach vorrangig und daraus entsteht die Form. Diesen Leitsatz der Herangehensweise ernst zu nehmen, ist sowohl logisch, als auch für den Erfolg eines Projektes und die Nutzerfreundlichkeit maßgeblich. Natürlich hat es wenig Sinn eine Form zu gestalten und dieser danach irgendeine Funktion zugeben. Doch die Form folgt nicht nur der Funktion, sondern auch dem Budget. Diesem Aspekt wird in der Herangehensweise oft viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt und das führt zu explodierenden Kosten und unnötigen Konflikten. Die Frage nach dem Budget ist deshalb eine so fundamentale, weil es Möglichkeiten eröffnet, aber auch eingrenzt. Wenn ein Kunde ohne Budgetvorstellungen auf einen kreativen Gestalter ohne Kostenbewusstsein trifft, dann entstehen möglicherweise interessante und spannenden Konzepte. Der Weg zur Realisierung endet meistens aber nach der Angebotseinholung. Dann hat man die Kosten schwarz auf weiß und Ideen müssen zu Grabe getragen werden. Ein Beispiel mag dies verdeutlichen. Eine organisch geformte Kochinsel mag zwar genial aussehen und sogar alle gewünschten Funktionen erfüllen. Sobald der Kunde aber die veranschlagten Kosten sieht, kommt das Projekt zu einem abrupten Stillstand. Die geniale Idee bleibt genau das – nur eine Idee. Hier wäre eine weniger kostenintensive Formgebung, die ebenso die funktionalen Ansprüche erfüllt und dem Kunden gefällt, viel zielführender, da sie tatsächlich umgesetzt würde. Wenn das Budget es erlaubt, dann besteht natürlich die Möglichkeit die Funktionen in einer sehr kostenintensiven, aufsehenerregenden Form umzusetzen. Es geht also nicht nur um Funktion und Form, sondern auch um die damit verbundenen Kosten. Innerhalb des Budgetrahmens die Funktionen in einer stimmigen Form zu realisieren, das ist unser Weg.